BAND e.V.
BAND e.V. ist die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands.
Hitze ist im Rettungsdienst längst Alltag – doch sind wir darauf vorbereitet?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Berlin stieg das Einsatzaufkommen Ende Juni 2026 binnen neun Hitzetagen um 23 % – in einzelnen Bezirken um über 40 %. In Frankfurt zeigen elf Sommer einen konstanten Anstieg der Einsätze an heißen Tagen. Internationale Studien bestätigen: Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Belastung für den Rettungsdienst – bei Extremereignissen um bis zu 18 %.
Das Robert Koch-Institut schätzt rund 15.800 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland bis Kalenderwoche 33/2026. Etwa die Hälfte betraf Menschen ab 85 Jahren.
Hitze ist damit kein unerwartetes Ereignis mehr – sie ist eine absehbare Belastung, auf die wir uns vorbereiten können und müssen.
In unserem neuen Positionspapier fordert die BAND e.V. deshalb unter anderem:
🌡️ Hitzewarnungen fest in die Einsatzplanung integrieren
🚑 Regionale Eskalationskonzepte für zusätzliche Ressourcen
🛡️ Verbindlichen Personalschutz: temperierte Wachen, Kühlmöglichkeiten, verlässliche Getränkeversorgung
💊 Schutz der Medikamente vor Überwärmung in den Rettungsmitteln
📚 Hitzebedingte Krankheitsbilder fest in Aus- und Fortbildung verankern
📊 Einsatzdaten mit Wetterprognosen verknüpfen, um Risikoprofile zu entwickeln
Einzellösungen einzelner Rettungsdienstträger reichen nicht aus – wir brauchen ein einheitliches Schutzniveau, das auch ressourcenschwache Regionen absichert.
Das vollständige Positionspapier finden Sie hier: https://buff.ly/LlJw7Hu
(Post mit Hilfe von KI erstellt.)
19/09/2026
Dr. Erwin Stolpe erhält „Stern der Sicherheit“
Für die jahrzehntelange hochprofessionelle Weiterentwicklung der Luftrettung steht stellvertretend Dr. Erwin Stolpe. Der Unfallchirurg war unter anderem Leitender Notarzt des Rettungshubschraubers „Christoph 1“, Medical Director der ADAC Luftrettung und Berater von notfallmedizinischen Organisationen und Unternehmen im In- und Ausland. Beispielsweise wurde auf seine Initiative hin die erste speziell patientenorientierte Kabinenausstattung eines Rettungshubschraubers entwickelt. Zudem war er federführend an der Einführung der Rettungswinde beteiligt. Sein Leitsatz „Exzellente Patientenversorgung bei höchster Flugsicherheit“ gilt für die ADAC Luftrettung bis heute.
Für seinen außergewöhnlichen Einsatz wurde Dr. Erwin Stolpe von Innenminister Joachim Herrmann unter großem Beifall der „Stern der Sicherheit“ verliehen. Die Auszeichnung des Bayerischen Innenministeriums gibt es seit 2013. Damit würdigt der Freistaat herausragende und langjährige Verdienste um die Innere Sicherheit.
Auch Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, würdigte das Wirken Stolpes: „Seine Weitsicht und seine Visionen waren entscheidend für die Entwicklung der schnellen Hilfe aus der Luft. Mit der Einführung neuer internationaler medizinischer Standards sowie der Etablierung wissenschaftlich gestützter, faktenbasierter Rettungsmedizin hat er die europäische Luftrettung maßgeblich beeinflusst. Ohne ihn wäre insbesondere die ADAC Luftrettung nicht das, was sie heute ist: eine sehr erfolgreiche Organisation.“ Die BAND gratuliert Dr. Erwin Stolpe ausdrücklich zu dieser Auszeichnung, die eine außerordentliche Leistung für die Weiterentwicklung der Notfallmedizin in Deutschland ehrt.
(Text und Abbildung: Pressemitteilung der ADAC Luftrettung)
18/09/2026
Die DGAI hat die Arbeitsgruppe Strukturfragen der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften Notärzte Deutschlands (BAND) mit dem Rudolf-Frey-Preis für Notfallmedizin 2026 ausgezeichnet. Den Preis nahm stellvertretend Dr. Ulf Harding entgegen.
https://buff.ly/9CYId6A
https://band-online.de/arbeitsgruppe-strukturfragen/
14/09/2026
Digitaler Katastrophenschutz-Kongress 2026 - auf Einladung des Behörden Spiegels erörterte unser Vorsitzender Dr. Florian Reifferscheid gemeinsam mit Frank Flake und Kevin Grigorian moderiert von Sven Rudolf das Thema „Rettungsdienst und ziviles Gesundheitswesen“.
Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, die Zivilschutztauglichkeit des Gesundheitssystems zu fördern, macht das System für alle Bedrohungen durch Naturkatastrophen, technische Störungen oder Sabotage und letztlich auch für die zivile Verteidigung resilienter. Das beginnt bei den Maßnahmen, die jede und jeder von uns in seinem Zuhause treffen kann und setzt sich fort über Planungen und gemeinsame Übungen, bei denen die jeweiligen Schnittstellen mitbedacht werden.
09/09/2026
Kommt es zu einem gesundheitlichen Notfall reicht die Kette der medizinischen Notfallrettung von der Leitstelle über das Rettungsfachpersonal bis zu Notärztinnen und Notärzten. Diese Kette sollte auch bei der Besetzung des Fachgremiums medizinische Notfallrettung gemäß §133b des heute zu Anhörung anstehenden Notfallgesetzes abgebildet werden. Neben den Vertretern der Länder, Kostenträger und Rettungsdienstdurchführenden braucht es unabhängigen fachlichen Sachverstand aus dem unmittelbaren Kreis der Betroffenen.
Aus diesem Grund bewerben sich der Fachverband Leitstellen e.V., der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst e.V. und die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.V. um die drei Sitze, die für Fachverbände in diesem Fachgremium vorgesehen sind. Zusammen sind wir der Meinung, Erfahrungen aus dem Einsatzgeschehen sachlich und patientenorientiert in dieses Gremium einbringen zu können. Auf diese Weise wollen wir uns gemeinsam dafür stark machen, dass die unbedingt erforderliche Reform des Rettungsdienstes durch bundeseinheitliche Leitplanken zu einem effizienten System führt.
Mit dieser Besetzung würde das Fachgremium drei bundesweit organisierte, fachlich komplementäre und zugleich kooperationsbereite Verbände gewinnen, die die entscheidenden operativen Perspektiven der medizinischen Notfallrettung und des Notfallmanagements vertreten. Wir sind bereit, diese Verantwortung gemeinsam zu übernehmen.
https://buff.ly/JVB0pd6
07/09/2026
Eine Forschungsgruppe des Universitätsklinikums Marburg bittet um Ihre Unterstützung bei einer kurzen Online-Studie zur Pulserkennung mittels Ultraschall der A. carotis communis (ACC). Untersucht wird, wie zuverlässig Notfallmedizinerinnen und Notfallmediziner anhand standardisierter Ultraschallsequenzen eine Pulsation der ACC erkennen können.
Die Sequenzen wurden im Rahmen herzchirurgischer Eingriffe unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erstellt und zeigen sowohl Situationen ohne Pulsation als auch mit Pulsation bei ausgeprägter Hypotonie. Damit werden klinisch relevante Szenarien wie Pulslosigkeit im Rahmen der Reanimation sowie ein ROSC mit Hypotonie abgebildet.
Es werden Ultraschallvideos (B-Mode, M-Mode und Farbdoppler) in zufälliger Reihenfolge präsentiert; nach jeder Sequenz entscheiden Sie, ob eine Pulsation vorliegt. Die Teilnahme ist anonym und dauert etwa 5 Minuten. Für Kolleginnen und Kollegen mit geringerer Ultraschallerfahrung steht optional ein kurzes Einführungsvideo zur Verfügung.
Sie gelangen über folgenden Link direkt zur Studie: https://buff.ly/GWVOpWY
Die Studie wird durchgeführt von Dr. Christine Gaik und Dr. Benjamin Vojnar an der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Marburg. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für 2027 geplant.
Es wäre schön, wenn Sie sich kurz Zeit dafür nehmen würden, das Forschungsvorhaben zu unterstützen.
07/09/2026
Was macht eigentlich ein Arzt in der Luftrettung? Darüber wurde unser Vorsitzender, Dr. Florian Reifferscheid, vom Netzwerk coliquio befragt.
Lesen Sie den Beitrag hier https://buff.ly/E6Iv3lj
07/08/2026
Wie umgehen mit den Auswirkungen der Hitze auf vulnerable Gruppen? Interview mit unserem Vorsitzenden Dr. Florian Reifferscheid.
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/vorsitzender-von-der-bundesvereinigung-der-notaerzte-hitze-steht-nicht-auf-dem-totenschein-1-114956113
27/07/2026
🚑 Notfallversorgung im Umbruch: Neue Rollen braucht das Rettungswesen
Immer mehr Rettungsdiensteinsätze betreffen gar keine echten Notfälle: In Ludwigshafen hatten 52 % der Einsätze keine rettungsdienstliche Indikation, in Bayern wurden fast 29 % der Patient:innen ohne Transport versorgt. Der Rettungsdienst wird so faktisch zum Lückenbüßer für eine überlastete hausärztliche Versorgung.
Die Ergebnisse der Früher Gespräche 2025 sind nun in einem Fachartikel in Notfall + Rettungsmedizin erschienen. Dieser fasst in 13 Handlungsempfehlungen zusammen, wie diese Lücke strukturell geschlossen werden kann:
📌 Ein eigenständiger, bundeseinheitlicher Versorgungsbereich für "niedrigprioritäre" Akutfälle – verankert im SGB V und ordentlich finanziert
📌 Ein digital vernetztes Gesundheitsleitsystem mit standardisierter Ersteinschätzung, das zwischen 112 und 116117 sauber steuert
📌 Ein gestuftes Qualifikationssystem: von einer Weiterbildung auf DQR-5-Niveau (aufbauend auf der NotSan-Ausbildung) bis zu einem neuen akademischen Berufsbild "außerklinischer Fachexperte" (DQR-6) – offen auch für Pflegefachpersonen und Physician Assistants
Fazit der Autor:innen: Nur mit politischer Legitimation, klaren Standards und einer echten Professionalisierung kann diese neue Versorgungsform Rettungsdienst, ambulante Medizin und soziale Dienste sinnvoll verbinden – und das Gesamtsystem spürbar entlasten.
🔗 Volltext (Open Access): https://buff.ly/oYejvYm
💊🚑 Neufassung der BtMVV: BAND e.V. fordert praxistaugliche Lösungen für den Rettungsdienst
Im Rahmen der Verbändeanhörung zur geplanten Neufassung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) begrüßt die BAND e.V. ausdrücklich die vorgesehenen Schritte zur Digitalisierung sowie die geplante Erweiterung der Dokumentationsmöglichkeiten für Notfallsanitäter:innen.
Gleichzeitig macht die Stellungnahme deutlich, dass weitere Anpassungen notwendig sind, um die Regelungen an die Realität im Rettungsdienst anzupassen. Dazu gehören unter anderem:
✅ Delegationsmöglichkeiten bei Bestandskontrollen auf Rettungswachen schaffen
✅ Klare und praktikable Regelungen für den Umgang mit Restmengen von Betäubungsmitteln etablieren
✅ Rechtssicherheit für telemedizinisch angeordnete BtM-Gaben schaffen
✅ Erweiterte Handlungsmöglichkeiten bei Großschadenslagen vorsehen
Die Vorschläge der BAND verfolgen ein klares Ziel: mehr Rechtssicherheit, weniger Bürokratie und eine sichere, praktikable Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten. Gerade angesichts zunehmender Telemedizin, neuer Versorgungsstrukturen und steigender Anforderungen im Rettungsdienst sind moderne und realitätsnahe Regelungen wichtiger denn je.
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