KAAD
Der KAAD ist das Stipendienwerk der deutschen katholischen Kirche für internationale Postgraduierte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Der KAAD ist das Stipendienwerk der deutschen katholischen Kirche für Postgraduierte und Wissenschaftler aus (Entwicklungs-) Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, des Nahen und Mittleren Ostens sowie Ost- und Südosteuropas. Durch Stipendien, Bildungsveranstaltungen sowie persönliche und spirituelle Begleitung fördert der KAAD seine Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Blick auf eine multiplikatorische Tätigkeit in ihren Heimatländern. Dies geschieht in Kooperation mit Partnergremien und Vereinen von Alumni in diesen Ländern, mit dem Ziel einer (wissenschaftlichen) Netzwerkbildung und eines Beitrags zu einer ganzheitlichen Entwicklung, die die religiöse und interreligiöse Dimension einschließt. Stipendienprogramme
Das Stipendienprogramm 1 (Länderprogramme) richtet sich an Postgraduierte und durch Berufserfahrung ausgewiesene Personen, die sich aus ihren Heimatländern bewerben und zu Aufbaustudien oder Forschungsaufenthalten nach Deutschland eingeladen werden möchten. Hier kooperieren wir mit Partnergremien, die aus Vertretern der jeweiligen Heimatkirche und der Universitäten gebildet werden. Die Bewerbungen erfolgen aus den Heimatländern, in der Regel über die Partnergremien. Im Stipendienprogramm 2 fördern wir ausländische Studierende aus Entwicklungsländern, die sich bereits zum Studium in Deutschland aufhalten. Vorschlagsrecht haben hier die Katholischen Hochschulgemeinden. Das Osteuropaprogramm sieht – als Einladungsprogramm in Zusammenarbeit mit Partnergremien – meist kürzere Studien- und Forschungsaufenthalte in Deutschland vor. Bewerbungen erwarten wir in der Regel aus den Heimatländern, vermittelt über unsere Partnergremien. Bitte beachten Sie, dass Fragen zum Bewerbungsverfahren nicht über die Facebook Seite beantwortet werden können. Wenden Sie sich hierfür bitte direkt an die auf unserer Homepage angegebenen Ansprechpersonen der entsprechenden Referate. Alumnivereine
Die Vereine und Ortsgruppen ehemaliger Stipendiaten/innen in ihren Heimatländern dienen der Stärkung der kirchlichen Präsenz in der jeweiligen Gesellschaft. In ihnen setzt sich die Bildungsarbeit des KAAD fort, ebenso der wissenschaftliche Austausch. Sie können auch Basis für gemeinsame (sozial orientierte) Projekte sein. Für den KAAD selbst sind sie eine unschätzbare Hilfe bei der Beratung und Vorbereitung von Stipendienbewerbern/innen sowie bei der Reintegration von zurückkehrenden Stipendiaten/innen in ihre Heimatländer. English
The Catholic Academic Exchange Service (KAAD) is the scholarship institution of the German Catholic Church for post-graduate students and scientists from (developing) countries in Africa, Asia, Latin America, the Near and Middle East, as well as Eastern and Southeastern Europe. KAAD supports his scholars in form of scholarships and educational programs and offers spiritual and personal assistance in view of future multiplying functions students will have in their home countries. This is based on cooperation with partner committees and associations of alumni in those countries and it aims at setting up (scientific) networks and at contributing to a holistic development, which includes religious and inter-religious dimensions. Scholarship Programs
Scholarship Program 1 is addressed to post-graduates and to academics living in their home countries who already gained professional experience and who are interested in postgraduate studies (or research stays) in Germany. This program is administered by regional partner committees, staffed by university professors and church representatives. Normally documents are submitted to the committee of the applicant’s home country. In Scholarship Program 2 we sponsor advanced foreign students from developing countries who are already enrolled in a German university. Scholarship candidates must be proposed by the corresponding Campus Ministry. The Eastern-Europe-Program – also administered by regional partner committees – focuses mainly on shorter study or research stays in Germany. Normally we expect that applicants reside in their home countries when applying to KAAD through the regional partner committee. Please note that we cannot reply to any questions concerning the application process via Facebook. In this case please directly contact the responsible person of the particular Department as listed on our Website. Alumni Associations
Alumni associations in our fellows' home countries represent KAAD in the local church and society. These associations organize academic seminars and offer a space of exchange to our alumni. They can also form the base for setting up social projects of different kinds. From the viewpoint of KAAD, alumni associations also serve as institutions where new fellows receive assistance to organize their studies in Germany. At the same time they can assist returning fellows in the process of professional re-integration.
30/09/2026
Religiöse Vielfalt zeigt sich nicht allein darin, dass Menschen unterschiedlicher Religionen zusammenleben. Sie wirft auch Fragen nach Einfluss und Verantwortung auf: Wer spricht für eine Gemeinschaft? Welche Rolle spielen religiöse Überzeugungen im öffentlichen Leben? Und wie wird aus dem Gespräch zwischen Religionen gemeinsame Arbeit?
Diesen Fragen widmete sich die internationale Konferenz „Religions Across Borders“, die der KAAD in der letzten Woche gemeinsam mit seinen beiden libanesischen Partneruniversitäten, der Université Saint-Joseph und der Notre Dame University - Louaize, sowie der Eugen-Biser-Stiftung und der Anna Lindh Foundation in Beirut veranstaltet hat. 68 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Menschen aus der interreligiösen Dialogarbeit sowie Geförderte und Alumni des KAAD brachten ihre Erfahrungen aus Forschung und Praxis ein.
Die Beiträge näherten sich der gesellschaftlichen Rolle von Religion aus unterschiedlichen Richtungen. Prof. Dr. Elisabeth Naurath von der Universität Augsburg nahm die Situation der Religionen in Deutschland in den Blick. Dr. Marguerite El Asmar Bou Aoun von der Université Saint-Joseph und P. Georges Antaby von der Notre Dame University - Louaize konzentrierten sich auf religiöse Autorität: Bou Aoun auf ihr Verhältnis zu Führung und Religion, Antaby auf ihre unterschiedlichen Deutungen im Libanon und in Deutschland.
Prof. Dr. Pascal Monin, der das Gespräch moderierte, fragte in seiner Einführung, ob junge Menschen sich von religiösen Institutionen abwenden oder neue Formen suchen, ihre spirituellen, ethischen und gesellschaftlichen Anliegen auszudrücken. Daran knüpfte er die Frage, welche Rolle Bildung spielt: Wie können junge Menschen lernen, ihre eigenen Überzeugungen zu vertreten und die Überzeugungen anderer ernst zu nehmen?
Wie interreligiöser Dialog praktisch gestaltet und vermittelt werden kann, war Thema der Beiträge von Nils Fischer, Leiter des Referats Naher und Mittlerer Osten des KAAD, und Dr. Thomas Würtz, Dozent an der Freien Universität Berlin. Neben der Arbeit des KAAD ging es um die Ausbildung für den Dialog und um das von der Eugen-Biser-Stiftung herausgegebene Lexikon des Dialogs. Das Werk stellt christliche und muslimische Sichtweisen auf zentrale Begriffe dar. An seiner arabischen Übersetzung haben Alumni und Partner des KAAD mitgearbeitet; bei der Konferenz wurde das Handbuch an Vertreter der beteiligten Fachbereiche überreicht.
Wie nationale Erfahrungen in eine Zusammenarbeit im euro-mediterranen Raum einfließen können, war Thema der abschließenden Gesprächsrunde. Daran beteiligten sich Dr. Mohammad Sammak, Generalsekretär des christlich-muslimischen Dialogkomitees im Libanon und Prof. Dr. Berge Traboulsi von der Haigazian University. Auch die Arbeitsgruppen für interreligiösen Dialog der beiden Partneruniversitäten kamen zusammen. Eine Folgekonferenz ist für das kommende Jahr geplant.
25/09/2026
Taizé im französischen Burgund ist seit Jahrzehnten ein internationaler Treffpunkt für junge Menschen, die Gemeinschaft, Spiritualität und Austausch suchen. Geprägt wird der Ort von der Communauté de Taizé, einer internationalen Gemeinschaft von Männern aus katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirchen, deren Leben von Gebet, Einfachheit und ökumenischer Offenheit bestimmt ist.
In dieser Woche nehmen 25 KAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus 18 Ländern am KAAD-Seminar „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde: Geistliche Tage in Taizé“ teil. Mit dem Aufenthalt greift der KAAD die dortige Ausrichtung auf Versöhnung und Solidarität auf und verbindet sie mit der geistlichen Begleitung und dem Austausch seiner Geförderten.
Das Seminar findet in Kooperation mit dem Katholischen Universitätszentrum Heidelberg (KUZ) statt. 13 Studierende des KUZ ergänzen die internationale KAAD-Gruppe und nehmen gemeinsam mit ihr am regulären Programm der Communauté de Taizé teil. Der Tagesrhythmus ist durch gemeinsame Gebetszeiten, Bibeleinführungen, Zeiten der Stille und praktische Mitarbeit geprägt. Hinzu kommen international zusammengesetzte Gesprächs- und Austauschgruppen, in denen über Bibeltexte und persönliche Erfahrungen ebenso gesprochen wird wie über gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen in den jeweiligen Herkunfts- und Lebenskontexten der Teilnehmenden. Workshops widmen sich darüber hinaus Themen wie Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und dem interkulturellen Dialog.
Auch die religiöse Vielfalt der KAAD-Gruppe prägt den Aufenthalt: Neben katholischen Stipendiatinnen und Stipendiaten beteiligen sich auch orthodoxe und muslimische Geförderte am gemeinsamen Programm.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist der von der Communauté formulierte „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“. Gemeint ist damit keine geografische Route, sondern ein Weg, der Begegnung und Verständigung über nationale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg in den Mittelpunkt stellt. Gerade für junge Erwachsene aus unterschiedlichen Lebenskontexten bietet Taizé einen Rahmen, um Erfahrungen von sozialer Ungleichheit, politischer Instabilität oder wirtschaftlicher Unsicherheit miteinander zu teilen und zu diskutieren.
Begleitet wird die KAAD-Gruppe von Dr. Marko Kuhn, Referatsleiter des KAAD, und dem Geistlichen Beirat Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP. Die Tage in Taizé enden am Sonntag mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst.
Dass unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten aus unterschiedlichen Ländern und religiösen Traditionen eine Woche lang gemeinsam leben, beten, arbeiten und diskutieren, entspricht nicht nur dem Anliegen des „Pilgerwegs des Vertrauens“, sondern auch dem Selbstverständnis des KAAD: durch Begegnung und Gespräch Frieden und Versöhnung über nationale und religiöse Grenzen hinweg zu fördern.
18/09/2026
Bier gilt weltweit als typisch deutsch. Doch hinter diesem Bild steht mehr als eine lange Brautradition: Die Geschichte des Bieres ist zugleich Handwerks-, Kultur-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte. Und sie führt zu der aktuellen Frage, ob Alkoholkonsum in Deutschland tatsächlich normal oder vor allem gesellschaftlich normalisiert ist.
Diesen historischen und gegenwärtigen Zusammenhängen widmete sich das Allgemeine Seminar „Handwerk und Kultur: Deutschland und seine Biergeschichte(n)“, das heute in Thalhausen bei Freising endet. Unter der Leitung von Dr. Anselm Feldmann, Leiter des Asien-Referats des KAAD, setzten sich 18 aktuelle und ehemalige Geförderte aus 16 Ländern seit Dienstag mit der kulturellen Bedeutung des Bieres und den Ambivalenzen des Alkoholkonsums auseinander.
Um die kulturelle Bedeutung des Bieres und seine gesellschaftliche Rolle in Deutschland einordnen zu können, beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst mit dem Brauhandwerk und seinen historischen Zusammenhängen. Bei einer Führung durch die Staatsbrauerei Weihenstephan erhielten sie Einblicke in den Brauprozess und die Geschichte des Brauwesens. Anschließend verfolgten sie im Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum die Entwicklung der Bierkultur und des Oktoberfestes. Am Beispiel des Brauwesens beschäftigten sie sich darüber hinaus damit, wie die Industrialisierung ein traditionelles Handwerk veränderte und neue wirtschaftliche Verbindungen entstehen ließ. Dabei bezogen sie neben den Brauereien selbst auch deren Verbindungen zu Landwirtschaft, Handel und Gastronomie ein.
Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars lag auf dem Umgang mit Alkohol in unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten sowie auf den gesundheitlichen und sozialen Risiken des Konsums. Die KAAD-Stipendiatinnen Adriana Tamara Lamboglia, Manilee Lorraine Panares-Pagapula-an und der KAAD-Stipendiat William Wijaya bereiteten dazu eine Präsentation und Gruppenübungen vor. Nach einer Einführung zu Alkohol als psychoaktiver Substanz, zu seinen körperlichen Auswirkungen und zu den Risiken des Konsums diskutierte die Gruppe die Frage „Warum trinken Menschen Alkohol?“ und bezog dabei unterschiedliche kulturelle Gewohnheiten und Bedeutungen ein.
Das Seminar wurde von P. Prof. Dr. Ulrich Engel OP geistlich begleitet. Zum Programm gehörten eine Führung durch den Freisinger Dom sowie ein von den Teilnehmenden gemeinsam vorbereiteter Gottesdienst. Zum besonderen Charakter des Seminars gehörte außerdem, dass die Gruppe sich selbst versorgte und ihre Mahlzeiten gemeinsam plante und zubereitete.
16/09/2026
Wer vom KAAD gefördert wird, wird zugleich Teil eines internationalen Netzwerks. Das gilt auch für die Geförderten des Adveniat-KAAD-Stipendienprogramms, die ihr Master- oder Promotionsstudium meist „sur place“ an einer Hochschule in Lateinamerika absolvieren. Vor einigen Wochen bot die Internationale Akademie in Bogotá aktuellen und ehemaligen Geförderten die Gelegenheit, das KAAD-Netzwerk in der persönlichen Begegnung und im fachlichen Austausch zu erleben. Dabei lernten die Alumnae und Alumni, Stipendiatinnen und Stipendiaten des Adveniat-KAAD-Stipendienprogramms das KAAD-Netzwerk nicht nur kennen, sondern bereicherten es auch mit ihren eigenen Perspektiven.
Ein Beispiel dafür ist der brasilianische Priester und Adveniat-Alumnus P. Robson Caixeta Silva. Gemeinsam mit anderen Alumni diskutierte er in einem Panel zu ethischen und spirituellen Perspektiven auf Künstliche Intelligenz die Grenzen technischer Systeme und die Unverzichtbarkeit menschlicher Verantwortung. Im Mittelpunkt stand die Frage, was den Menschen gegenüber einer immer leistungsfähigeren KI auszeichnet und welche Entscheidungen nicht an technische Systeme delegiert werden können.
Zu den aktuell Geförderten, die an der Akademie teilnahmen, gehört auch Neyda Campaz Camacho. Die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin engagiert sich seit vielen Jahren für Gemeinschaften, die während des kolumbianischen Bürgerkriegs aus ihren Herkunftsregionen vertrieben wurden und sich in den Randgebieten Bogotás angesiedelt haben. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Jugendlichen aus afrokolumbianischen und anderen marginalisierten Familien. Mit den strukturellen Hürden, die ihnen den Zugang zu höherer Bildung erschweren, beschäftigt sie sich auch in ihrer Promotion an der Pontificia Universidad Javeriana.
Im Anschluss an die Akademie besuchte Ute Baumgart, Referentin für das Adveniat-KAAD-Stipendienprogramm, gemeinsam mit Neyda eines der Stadtviertel, in denen Neyda früher gearbeitet hat und sich bis heute engagiert. Dort leben überwiegend Binnenvertriebene aus der kolumbianischen Pazifikregion unter schwierigen sozialen Bedingungen, die unter anderem von Arbeitslosigkeit, Drogenhandel und Bandenkonflikten geprägt sind. Neyda unterstützt die Familien sowohl materiell als auch bei konkreten Problemen des Alltags: Sie spricht insbesondere den Frauen Mut zu, erkundigt sich nach den Kindern und hilft bei bürokratischen Fragen. Zudem sammelt sie Spenden, um zu Weihnachten im Viertel Päckchen mit dringend benötigten Hygieneartikeln verteilen zu können.
04/09/2026
Seit 2024 verbringen unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten die ersten drei bis sechs Monate ihres Aufenthalts in Deutschland im Benediktinerinnenkloster Angermund. Während sie in Düsseldorf einen Intensivsprachkurs in Deutsch besuchen, leben sie gemeinsam im Kloster und haben Zeit, schrittweise in Deutschland anzukommen.
Die Gemeinschaft spielt in diesen ersten Wochen eine zentrale Rolle: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten beginnen ihren Aufenthalt in Deutschland als Gruppe, teilen ihren Alltag und geben einander Halt. Einen Höhepunkt dieser Zeit bildet das jährliche Sommerfest zusammen mit den Schwestern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KAAD-Geschäftsstelle.
Ende August kamen die diesjährige Sprachkursgruppe, die Benediktinerinnen, KAAD-Präsident P. Dr. Hans Langendörfer SJ, KAAD-Generalsekretärin Dr. Nora Kalbarczyk und das Team des KAAD zum Sommerfest zusammen. Das Fest begann mit einem Gottesdienst, den P. Langendörfer und Pfarrer Jan Opiéla feierten. Im Mittelpunkt stand Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“, dessen Bilder von Fürsorge und Begleitung an die Situation der neu eingereisten Stipendiatinnen und Stipendiaten ebenso anknüpften wie an das Förderverständnis des KAAD, das akademische Förderung mit persönlicher Begleitung und weltweiter Vernetzung verbindet.
Den Gottesdienst gestalteten die Geförderten mit ihrem neu gegründeten Chor sowie mit einem Hymnus der koptischen Kirche, den ein Stipendiat aus Ägypten auf Koptisch, Griechisch und Arabisch sang, sowie mit Fürbitten in verschiedenen Muttersprachen und auf Englisch.
Im Anschluss stellte Sr. Emmanuela Kohlhaas OSB den Alltag und das geistliche Leben der Benediktinerinnen vor. Nora Kalbarczyk betonte, dass für den KAAD nicht nur zählt, was die Stipendiatinnen und Stipendiaten studieren, sondern auch, was sie mit ihrem Wissen für andere tun wollen und wie sie sich als Menschen entwickeln. Sie ermutigte die Sprachkursgruppe, die Zeit in Deutschland für Begegnungen über Fach- und Ländergrenzen hinweg zu nutzen und ihre Kenntnisse und Erfahrungen auch für andere einzusetzen. Für ein anschließendes Grillen hatte die Gruppe Gerichte aus ihren Herkunftsländern zubereitet.
In ihrem Blog berichten die Benediktinerinnen ausführlicher über das Sommerfest. Der Link findet sich im ersten Kommentar.
Für ihren weiteren Weg in Deutschland wünschen wir unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten Neugier, Mut und viele gute Begegnungen, die sie fachlich und persönlich weiterbringen und in ihrem Engagement für andere bestärken.
31/08/2026
Unter stellen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten vor und zeigen, wie sich biografische und gesellschaftliche Hintergründe in ihren Forschungsthemen widerspiegeln und welche gesellschaftlichen Perspektiven sie damit verbinden.
Nina Bazikoshvili aus Georgien ist Juristin und war über viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen tätig. Sie arbeitete unter anderem in der öffentlichen Verwaltung, in Unternehmen und im Gesundheitswesen. Von 2022 bis 2024 leitete sie bei der Reforms and Research Group in Tbilisi den Programmbereich Menschenrechte und Justiz und verantwortete dort auch Forschungsprojekte zu Justizreformen.
Heute promoviert die KAAD-Stipendiatin an der Universität Regensburg und ist zugleich als Affiliated Researcher am Institute for East European Law in Regensburg tätig. In ihrer Dissertation untersucht sie die Verfahren zur Ernennung von Richterinnen und Richtern in Deutschland, Polen, Georgien und Ungarn. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Verhältnis diese Verfahren zu dem in Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Recht auf ein faires Verfahren und dem damit verbundenen Anspruch auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht stehen. Damit ist die Ernennung von Richterinnen und Richtern nicht allein eine institutionelle Frage. Unregelmäßigkeiten oder politische Einflussnahme bei der Besetzung richterlicher Ämter können unmittelbar die Bedingungen betreffen, unter denen Menschen ihr Recht vor Gericht wahrnehmen.
Nina Bazikoshvili vergleicht dafür die rechtlichen und institutionellen Strukturen der vier Länder. Sie analysiert Verfassungen und Gesetze, die jeweilige Praxis sowie die Rechtsprechung nationaler und internationaler Gerichte. Eine besondere Rolle spielt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit seiner Rechtsprechung. Darüber hinaus berücksichtigt Nina Bazikoshvili internationale Standards der Venedig-Kommission und der United Nations.
Die rechtswissenschaftliche Analyse verbindet sie mit empirischen Methoden: Befragungen zur öffentlichen Wahrnehmung sowie Gespräche mit Richterinnen und Richtern, juristischen Fachleuten und weiteren Expertinnen und Experten sollen erfassen, wie die Ernennungsverfahren in der Praxis wahrgenommen werden und welches Vertrauen ihnen von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entgegengebracht wird.
Ziel ihrer Forschung ist es, systemische Risiken und Unterschiede zwischen den vier Ländern zu identifizieren und daraus Empfehlungen für den Schutz richterlicher Unabhängigkeit und rechtsstaatlicher Standards zu entwickeln.
27/08/2026
Die Themen, mit denen sich unsere Geförderten in Studium und Forschung beschäftigen, sind häufig von den gesellschaftlichen Bedingungen in ihren Herkunftsländern geprägt. Auch ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen können ihr wissenschaftliches Interesse beeinflussen.
Unter stellen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten vor und zeigen, wie sich solche Hintergründe in ihren Forschungsthemen widerspiegeln und welche gesellschaftlichen Perspektiven unsere Geförderten damit verbinden.
Madiha Raziq aus Pakistan beschäftigt sich mit der Frage, wie Kinder und ihre Rechte politisch, rechtlich und gesellschaftlich geschützt werden können. Nach einem weiterführenden Studium im Fach Englisch arbeitete sie mehrere Jahre als Lehrerin in Pakistan und setzte sich dabei auch mit den Lebensbedingungen von Kindern und dem Schutz ihrer Rechte auseinander. Um diese Fragen wissenschaftlich zu vertiefen, nahm sie an der Hochschule Fulda den Masterstudiengang „Human Rights in Politics, Law and Society“ auf. Dort untersucht die KAAD-Stipendiatin heute, wie Kinderrechte geschützt und bestehende Schutzlücken erfasst werden können.
Dabei richtet sie ihren Blick besonders auf den Schutz von Kindern vor Ausbeutung. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht Madiha Raziq Kinderhandel und vergleicht, wie Pakistan und Deutschland rechtlich, politisch und institutionell darauf reagieren. Sie analysiert die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen, politische Maßnahmen und die Praxis beteiligter Institutionen und fragt danach, wo Schutzlücken bestehen und wie vorhandene Schutzmechanismen ausgestaltet sind. Neben der Auswertung rechtlicher und politischer Dokumente führt sie Gespräche mit Fachleuten aus dem Kinderschutz sowie mit Expertinnen und Experten, die im Bereich Menschenhandel arbeiten.
Auch außerhalb ihres Studiums beschäftigt sich Madiha Raziq mit Fragen des Kinderschutzes. Sie engagiert sich für die Ran’aa Child Welfare Foundation in Pakistan, die seit 2016 Straßenkinder, Kinder ohne Schulzugang und von Kinderarbeit betroffene Kinder unterstützt und in ihrer Bildung und sozialen Entwicklung fördert. Dort schult Madiha Raziq Lehrkräfte zu Klassenführung, Menschen- und Kinderrechten sowie zu psychischer Gesundheit und zum Wohlergehen von Kindern. In Workshops informiert sie außerdem Kinder darüber, welche Schutz- und Handlungsmöglichkeiten ihnen bei Verletzungen ihrer Rechte offenstehen.
Nach Abschluss ihres Masterstudiums möchte Madiha Raziq ihre wissenschaftliche Forschung zu verschiedenen Schutzsystemen in ihre künftige Arbeit mit Kindern und im Bildungsbereich einbringen und sich damit für Pakistan engagieren. Ihr besonderes Interesse gilt Bereichen, in denen mangelnder Zugang zu Bildung, Ausbeutung und unzureichende Schutzstrukturen miteinander verflochten sind.
25/08/2026
Viele unserer Geförderten übernehmen bereits während ihrer akademischen Qualifizierung Verantwortung in Kirche und Gesellschaft. Neben der fachlichen Förderung gehört deshalb auch ihre Vernetzung mit kirchlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren zur Arbeit des KAAD.
Auch für junge Akademikerinnen und Akademiker aus dem Nahen Osten, die heute in Europa leben und verschiedenen Kirchen angehören, stellt sich die Frage, wie sie ihr kirchliches und gesellschaftliches Engagement in unterschiedlichen Kontexten weiterführen können.
Elf von ihnen kamen Anfang Juli in Wien zu einem Workshop von PRO ORIENTE zusammen, darunter auch die beiden KAAD-Stipendiatinnen Nardine Nagy Abdelmalak und Adele Isber. Nils Fischer, Referatsleiter Naher und Mittlerer Osten, nahm ebenfalls an dem Workshop teil.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen akademischen und beruflichen Bereichen und engagieren sich bereits in ihren Kirchen, in der ökumenischen Arbeit oder in gesellschaftlichen Zusammenhängen. Im Zentrum standen das kirchliche Leben zwischen Herkunftsländern und Europa sowie die Frage, welche Rolle junge Christinnen und Christen in ihren jeweiligen kirchlichen und gesellschaftlichen Kontexten übernehmen können.
In den offenen Gesprächen tauschten sich die Teilnehmenden über Herausforderungen aus, die ihnen sowohl im Leben in europäischen Gesellschaften als auch in der Verbindung zu ihren Herkunftsgesellschaften begegnen. Dabei ging es auch um Resilienz und persönliche Kraftquellen.
Diese Erfahrungen wurden im Workshop mit Blick auf die Situation der Christinnen und Christen in den Herkunftsgesellschaften der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf nahöstlich-christliche Diasporagemeinschaften vertieft. Prof. Dr. Souraya Bechealany von der Université Saint-Joseph de Beyrouth, einer Partneruniversität des KAAD, ordnete Herausforderungen und Perspektiven in den Herkunftsländern ein. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Formen der Begleitung und welche ökumenischen Räume junge Christinnen und Christen aus dem Nahen Osten in Europa benötigen, um ihre kirchlichen und gesellschaftlichen Bezüge weiterzuentwickeln. Die inhaltliche Begleitung des Workshops übernahm Souraya Bechealany gemeinsam mit P. Dr. Rouphael Zgheib von der Université Saint-Joseph de Beyrouth und Dr. Raheb, Programmdirektorin von PRO ORIENTE.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer benannten einen Bedarf an ökumenischen Räumen für Vernetzung, Zugehörigkeit, Begegnung und gemeinsames Engagement über konfessionelle und nationale Grenzen hinweg.
20/08/2026
Wie entsteht politische Entscheidungsfindung im parlamentarischen Alltag – und wie werden dabei unterschiedliche fachliche und gesellschaftliche Perspektiven eingebracht?
Mit diesen Fragen setzt sich das Seminar „Hospitation im Bundestag“ des Bundesverbandes Katholische Kirche an Hochschulen auseinander, das jährlich in Berlin stattfindet. Es richtet sich an Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen, die an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben sind.
Im Mittelpunkt steht eine mehrtägige Hospitation in den Büros von Abgeordneten des Deutschen Bundestages während einer Sitzungswoche. Die Teilnehmenden begleiten Termine, wirken an der Vorbereitung von Ausschusssitzungen mit und sind in interne Abstimmungen eingebunden. Ergänzt wird das Seminar durch Gespräche mit politischen und kirchlichen Akteuren sowie durch gemeinsame Reflexionsphasen.
Im April dieses Jahres nahm unsere Stipendiatin Youliana Hennawi aus Ägypten an dem Programm teil. Sie studiert Entwicklungsökonomie und Internationale Studien (Development Economics & International Studies, DIES) an der FAU Erlangen-Nürnberg und war für die Dauer der Hospitation dem Büro des Bundestagsabgeordneten Christopher Schmidt (SPD) zugeordnet.
Im Zentrum ihrer Hospitation stand die Mitarbeit an der Vorbereitung einer Ausschusssitzung. Die Unterlagen, mit denen sie arbeitete, behandelten Themen, die für sie unmittelbar an ihr Masterstudium der Entwicklungsökonomie anschließen: wirtschaftliche Entwicklung, humanitäre Hilfe sowie das Lieferkettengesetz.
In diesem Zusammenhang übernahm sie eine eigene Recherche zu ägyptischen Medienperspektiven auf die Entwicklungen im Nahen Osten und brachte diese in die inhaltliche Arbeit des Büros ein. Ergänzend dazu verfolgte sie eine Plenardebatte zur Energiepolitik, in der unterschiedliche Positionen zur Nutzung von Kernenergie verhandelt wurden. Die Themen stehen in engem Zusammenhang mit ihrem Studium der Entwicklungsökonomie.
Für den KAAD ist die Teilnahme seiner internationalen Stipendiatinnen und Stipendiaten an solchen Formaten von besonderer Bedeutung: Sie arbeiten an politischen Fragestellungen, die sowohl Gegenstand ihres Studiums als auch ihrer Herkunftskontexte sind.
17/08/2026
Wir freuen uns, Prof. Dr. Sebastian Holzbrecher als neuen Vertrauensdozent des KAAD in Hamburg gewonnen zu haben. In dieser Funktion begleitet er die KAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten vor Ort und steht ihnen als Ansprechpartner zur Seite.
Der Kirchenhistoriker leitet seit 2024 das Institut für Katholische Theologie an der Universität Hamburg. Nach seinem Studium an der Universität Erfurt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Nach seiner Promotion führte ihn sein weiterer wissenschaftlicher Weg an den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie der Universität Regensburg.
Im Anschluss an seine Habilitation an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2019 übernahm Sebastian Holzbrecher verschiedene Lehrstuhlvertretungen, bevor er 2023 einen Ruf an die Universität zu Köln und 2024 an die Universität Hamburg erhielt.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf kirchengeschichtlichen Fragestellungen der Frühen Neuzeit und der kirchlichen Zeitgeschichte.
Als neuer Vertrauensdozent folgt er auf Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, dessen langjähriges Engagement für den KAAD im Rahmen unserer diesjährigen Jahresakademie mit der Bene-Merenti-Medaille gewürdigt wurde.
Herzlich willkommen, Prof. Dr. Sebastian Holzbrecher!
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